Linksammlung

CO2-Bilanz

In einer CO2-Bilanz erfasst eine Organisation ihre Treibhausgasemissionen (neben CO2 etwa Methan, Lachgas, fluorierte Kohlenwasserstoffe), die zur Erderwärmung beitragen („Treibhauseffekt“). Internationaler Berichtstandard hierfür ist das „Greenhous Gas Protocol“ des World Ressource Institutes und des World Business Council of Sustainable Developments. Es unterteilt die Emissionen in drei Berichtsbereiche. Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen (etwa Abgase aus dem Fuhrpark, aus Ölheizungen, Kühlmittelverluste aus Klimaanlagen etc.), Scope 2 indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie (Strom, Fernwärme etc.) und Scope 3 alle weiteren indirekten Emissionen, etwa aus Mobilität, dem Zukauf von Waren, den Vorketten der Energieproduktion usw. Während Scope 1 und 2 nach dem GHG-Protocol verpflichtend sind, ist Scope 3 freiwillig – aber hochnotwendig, denn häufig entstehen hier erst die Löwenanteile der Emissionen.

Klimaneutralität?

Ziel ist: Die Treibhausgasemissionen soweit zu reduzieren, dass dem Kohlenstoffzyklus nicht mehr Kohlenstoffdioxid zugeführt wird, als er binden kann. Dann ist ein Prozess CO2 neutral. Kompensationsprogramme machen Emittenten das verlockende Angebot, durch verschiedenste Maßnahmen (Pflanzungen, landwirtschaftliche Projekte, Einführung von zirkulären Prozessen etc.) die Emissionen gleichsam „wieder einzufangen“. Ob das aber gelingen kann, ist in vielen Fällen fraglich. Es droht green-washing-Gefahr! Oberstes Ziel bei allen Maßnahmen muss sein – Emissionen vermeiden, nicht kompensieren!

Vergaberecht

Sowohl die Vergabeverordnung als auch die Unterschwellenvergabeverordnung erlauben, Nachhaltigkeitskriterien bei der Vergabe von Aufträgen zu berücksichtigen. Zum Beispiel: UVgO §23 (2): „Die Leistungsbeschreibung kann auch Aspekte der Qualität sowie soziale, innovative und umweltbezogene Merkmale umfassen. Diese können sich auch auf den Prozess oder die Methode zur Herstellung oder Erbringung der Leistung oder auf ein anderes Stadium im Lebenszyklus des Auftragsgegenstands einschließlich der Produktions- und Lieferkette beziehen, auch wenn derartige Faktoren keine materiellen Bestandteile der Leistung sind, sofern diese Merkmale in Verbindung mit dem Auftragsgegenstand stehen und zu dessen Wert und Beschaffungszielen verhältnismäßig sind“.

Energie

Die Erzeugung von Strom mit Hilfe der Kernenergie produziert kaum CO2-Emissionen. Also doch wieder auf Atomkraft setzen, wie es etwa Frankreich im Rahmen des Green Deals will? Selbst RWE-CFO Michael Müller sagt: Erneuerbare Energien sind wirtschaftlicher: https://www.iwr.de/news/rwe-will-atomkraftwerke-nicht-weiter-betreiben-erneuerbare-energien-wirtschaftlich-attraktiver-news37651.

Die Energiewende in Bayern – ein enormer Kraftakt. Jeden Tag braucht’s 26 Fußballfelder mit neuen PV-Anlagen, hat der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft errechnet. Und das reicht noch lange nicht. Link

Austauschen oder weiterernutzen?

Eine Frage der Lebenszyklus-Berechnung. Welche Energie verbraucht die Herstellung? Welcher Energieaufwand fällt beim Gebrauch an? Wie schlägt die Entsorgung zu Buch? Dann kann man mit Alternativen vergleichen, für die man auch eine Lebenszyklus-Berechnung braucht. Für die Berechnung der jeweiligen Emissionsfaktoren können etwa die Conversions Factors der DEFRA helfen. Im Falle von LED zur Leuchtstoffröhren ist die Bilanz klar: Austauschen lohnt sich, siehe auch diese Studie zu Australien und Neuseeland. Leuchtstoffröhren können zu einem wesentlichen Teil recycelt werden, wie das Bundesumweltamt hier erklärt.

Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit

Das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit treibt mit Unterstützung der BKM das Thema ökologische Nachhaltigkeit in der Kultur voran.

Standy by-Schaltungen

Standby-Schaltungen sind noch immer große Stromfresser. Selbst ein ausgeschalteter PC oder Monitor zieht u.U. noch sogenannten Schleichstrom. Im Jahr 2008 bezifferte das Umweltbundesamt den Stromverbrauch in Deutschland durch Standby-Schaltungen auf 22 Milliarden kWh. Das Umweltbundesamt gibt Tipps für die umweltfreundliche Beschaffung von abschaltbaren Steckerleisten.

Siegel

Im Dschungel der Siegel – diese Websiten geben Orientierung, welche Umweltsiegel tatsächlich etwas taugen: kompass-nachhaltigkeit.de für die öffentliche Beschaffung und utopia.de.

Ökostrom

Sogenannten „Ökostrom“ bieten mittlerweile viele Versorger an. Worauf sollte man achten? Wenn man dazu beitragen will, dass der Ausbau regenerativer Energien gefördert wird, und nicht nur der konventionelle Strom durch Zukauf von Zertifikaten „reingewaschen“ wird, sollte man auf Ökostrom mit einem eingeführten Siegel achten. Eine ausführliche Erklärung dazu findet sich bei der Verbraucherzentrale. Verlässliche Siegel sind das Grüne Strom Label oder ok power. Anbieter von „echtem“ Ökostrom sind etwa Greenpeace oder Polarstern.

Stromkennzeichnung

Die Stromrechnung zeigt mit drei Schaubildern, den Unternehmensmix, den Produktmix und den deutschen Strommix an. Diese Darstellungen sollen Transparenz darüber herstellen, wie umweltfreundlich oder -schädlich der bezogene Strom ist. Seit 1.11.2021 müssen Unternehmen im „Unternehmensmix“ offen legen, welchen Strom sie tatsächlich kaufen, die Ausweisung von „EEG-finaniziertem Strom“ erfolgt nicht mehr. Im „Produktmix“ ist dieser Anteil noch ausgewiesen, mit dem Verbraucher:innen Auskunft darüber erhalten sollen, wie die von ihnen über den Strompreis bezahlte EEG-Umlage dazu beiträgt, den bezogenen Strom umweltfreundlicher zu machen. Problem: Der Anteil an ausgewiesenem Ökostrom berechnet nicht die tatsächlich beschafften Strommengen, sondern einen rechnerischen Wert. Die Berechnung erfolgt folgendermaßen:
Die Energieversorgungsunternehmen (EVU) führen je kWh einen bestimmten Betrag an die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) ab, die sogenannte EEG-Umlage. Damit finanzieren die ÜNB die Differenz zwischen den garantierten Einspeisevergütungen für Strom aus EEG-geförderten Anlagen und den tatsächlich erzielten Preisen am Strommarkt. Über den sogenannten EEG-Quotienten ermitteln sie einmal jährlich, welcher „Preis“ pro kWh für den so geförderten Strom gilt. Das EVU ermittelt mit diesem Quotienten, wie viel Strom aus EEG-finanzierten Anlagen ihm durch Zahlung der EEG-Umlage zurechenbar ist. Dieser Betrag wird schließlich ins Verhältnis zur gesamten Strommenge gesetzt, die das EVU an seine Letztverbraucher geliefert hat. So erhält das EVU den Anteil an EEG-finanziertem Ökostrom im Produktmix. Kurz gesagt: Der Wert, der im Produktmix für „EEG-finanzierten Strom“ ausgewiesen wird, ist rein bilanziell. Er sagt nichts über das Einkaufsverhalten eines EVU für den entsprechenden Tarif aus. Selbst Ökostromanbieter, die ihren Grünstrom zu 100% aus regenerativen Energien herstellen, müssen den EEG-Anteil ausweisen und können also nicht 100% Ökostrom aus eigenen Quellen nachweisen, auch wenn dies physikalisch der Fall ist.

Das Hamburg Institut erklärt, wie in der Vergangenheit die Einbeziehung von EEG-Strom in den Unternehmensmix den Strom vieler Unternehmen grüner gemacht hat, als er in Wirklichkeit war.

Windkraft

Aufklärung über Windkraft: Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, entkräftet im Interview bekannte Argumente gegen Windkraft wie eine vermeintliche Gefahr durch Infraschall, Vogelsterben und Speicherprobleme.

Umweltmanagement

Ecomapping und EMASeasy bieten auch kleinen und kleinsten Organisationen Möglichkeiten zu einer systematischen Umweltprüfung und der nachhaltigen Einführung von Prinzipien des Umweltmanagements.

10-H-Regel

Wie die 10-H-Regel den Ausbau der Windkraft in Bayern blockiert hat – ein interessanter BR-Beitrag.

Klimaziele Deutschland 2022 – verfehlt

Das Umweltbundesamt hat im März 2022 in einer Studie veröffentlicht, dass Deutschland seine Klimaziele (-65% 2030; -88% 2040) verfehlt. Derzeit modelliert die Studie bis 2030 einen Rückgang der Emissionen um 49% gegenüber 1990 und 67% bis 2040. Allerdings berücksichtigt die Studie nicht die Klimaschutzgesetznovelle vom August 2021. Wichtigste Faktoren für die Minderung sind der Rückgang der Kohleverstromung, die steigenden Preise im Zertifikatehandel, der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie Minderungen im Bereich Gebäudeenergieverbrauch und Mobilität (Elektroautos).

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